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Häufig soll das Scheidungsverfahren so schnell wie möglich zu Ende sein. Das größte Hindernis ist dabei der Versorgungsausgleich, der mehrere Monate dauern kann.

Ohne die Ausrechnung aller Anwartschaften in der Altersversorgung scheidet das Familiengericht nicht. Dabei ist das Gericht auf die Auskünfte der Versorgungsträger angewiesen. Das kann dauern. Ich habe Bearbeitungszeiten bis zu 9 Monate erlebt.

Ein “Möglichkeit ist zu beantragen, den Versorgungsausgleich abzutrennen.

Nach drei Monaten kann man beantragen, den Versorgungsausgleich abzutrennen. Einige Anwälte scheinen die Vorschrift des § 140 Abs.2 Zieff.4 FamFG nicht zu kennen: Danach kann der Versorgungsausgleich abgetrennt werden, wenn drei Voraussetzungen vorliegen:

wenn

  • “…seit der Rechtshängigkeit des Scheidungsantrags ein Zeitraum von drei Monaten verstrichen ist,
  • beide Ehegatten die erforderlichen Mitwirkungshandlungen in der Versorgungsausgleichsfolgesache vorgenommen haben und
  • beide übereinstimmend deren Abtrennung beantragen…”

Diese Voraussetzungen dürften klar sein.

Wichtig ist: es geht nur, wenn der andere Ehegatte zustimmt. Dies dürfte bei einer einvernehmlichen Scheidung kein Problem sein. Der nicht anwaltlich vertretene Ehegatte braucht für diesen Antrag keinen Anwalt, sondern kann ihn selbst stellen.

Normalerweise wird das Familiengericht dem Antrag nachkommen.

Aber: die Richter sind häufig nicht so begeistert, weil bei Abtrennung das Versorgungsausgleich-Verfahren “nachklappert”.

Höhere Kosten entstehen durch die Abtrennung nicht.

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